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Dez. 2021

Ausschreibung: BB12 Curators Workshop

Bewerbungsschluss
31.1.2022

Workshop
4.7.-10.7.2022

Anlässlich der 12. Berlin Biennale (11.6.– 18.9.2022) ist Reem Shadid von Kurator Kader Attia eingeladen, das Format des Curators Workshops weiterzuentwickeln und neu zu gestalten. Anknüpfend an die erfolgreichen themenbezogenen Workshops im Zusammenhang mit der 4. bis 11. Berlin Biennale und aufbauend auf Attias dekolonialem Konzept und den Themenbereichen der 12. Berlin Biennale, widmet sich diese Ausgabe drängenden Fragen darüber, wie wir die künstlerische Praxis in den Mittelpunkt unseres Schaffens stellen können. Die eingeladenen Teilnehmer:innen haben die Möglichkeit, die Themen in enger Zusammenarbeit mit Kurator:innen, Referent:innen, Mitarbeiter:innen der Berlin Biennale und eingeladenen Mitwirkenden zu diskutieren. In Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung, der BMW Group, dem Goethe-Institut e. V. und dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) lädt die Berlin Biennale eine Gruppe von acht bis zwölf Nachwuchskurator:innen, Pädagog:innen und andere Akteur:innen ein, an einem zehntägigen Workshop teilzunehmen.

Die Sprache als Ausgangspunkt nehmend, untersucht der BB12 Curators Workshop: It Speaks to Me, wo sich unsere Gespräche verirrten und wo sie sich voneinander, von unserer (Kunst-)Praxis und unseren gelebten Erfahrungen entfernt haben. Dieses Beharren drauf, die Sprache anzuzweifeln oder neu auszurichten, entspringt der Dringlichkeit zu verstehen, dass Sprache nicht nur die Wiedergabe von Informationen und somit ein bloßes Ausdrucksmittel ist, sondern den Akt des Sprechens an sich begründet.

Die Kunst ist von Natur aus und unablässig auf der Suche nach angemessenen Formen der Sprache, um unsere gegenwärtigen Verhältnisse zu thematisieren, sich mit ihnen auseinanderzusetzen oder sie zu überwinden. Die rasanten Veränderungen in der Technologie und in den Produktionsweisen der Kunst sowie die zunehmende Institutionalisierung der künstlerischen und kuratorischen Praxis halten uns in einem geschlossenen Kreislauf gefangen, der dieselbe Sprache in neuen und vertrauten Formen, Medien und Ästhetiken recycelt und wiederkäut. Nach wie vor reproduzieren solche Formen (un)absichtlich dekontextualisierte Gattungsdiskurse und limitieren damit unsere aktuellen Gespräche und Aktionen. Diese Verwicklung bekräftigt zugleich unsere wachsende Kluft mit/in der gelebten Realität und schafft eine reale gesellschaftspolitische, imaginäre Pattsituation, die unmittelbar mit der Unzulänglichkeit der Sprache zusammenhängt. Was tun wir also, wenn die Sprache, die wir verwenden, angesichts sich ständig weiterentwickelnder kolonialer, kapitalistischer und patriarchaler Systeme und Muster nicht mehr ausreicht, um bestehende Gespräche fortzusetzen oder zu verändern? Wo ist die kuratorische Praxis in diesem Rätsel angesiedelt, und was kann sie uns, trotz ihrer Ausbeutung der Sprache, ermöglichen zu tun? Wie können wir eine Sprache finden und sichtbar machen, die stärker in der Praxis verwurzelt ist und deren Ästhetik aus den Besonderheiten ihres Kontextes hervorgeht? Der Workshop lädt die Teilnehmenden zu einem Nachdenken darüber ein, wie die kuratorische Praxis sich die Sprache, die beschlagnahmt und gegen uns verwendet wurde, wieder aneignen kann, um damit zur Entstehung und Neugestaltung von Räumen beizutragen, in denen andere Modelle von Vermittlungen, Übersetzungen und Begegnungen stattfinden können.

PDF-Download der Ausschreibung

Okt. 2021

Erscheinungsbild, 12. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, 11.6.–18.9.2022, Martin Wecke Design Code Lab & MBI Graphic & Type Design Fabian Maier-Bode

Laufzeit und Erscheinungsbild der 12. Berlin Biennale

Die 12. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst findet vom 11. Juni bis 18. September 2022 an mehreren Orten in Berlin statt und wird von Kader Attia kuratiert. Die visuelle Identität wurde von Martin Wecke und Fabian Maier-Bode entwickelt.

Zur Website der 12. Berlin Biennale

Sept. 2021

Publikation: KW, a history

„Still war es in der Auguststraße und ganz Berlin-Mitte. In diesem Teil einer ehemaligen Metropole, dessen Gebäude nach dem großen Krieg mit zerschossenen Fassaden seit über 40 Jahren dem Verfall preisgegeben worden waren. Der Westen hatte sich noch immer nicht Richtung Osten bewegt, zu marode, zu dreckig, zu dunkel, kaum Infrastruktur, kein Telefon, prädigital, ungeklärte Eigentumsfragen, in der Luft der beißende Geruch von Braunkohle. Von den Anwohnern waren nur wenige geblieben. Viele waren aus dem ohnehin auch vor dem Mauerfall nur dünn besiedelten, ruinösen Stadtteil Hals über Kopf in den Westen gezogen. Ihre ganze Habe hatten sie oft zurückgelassen. An einem sonnigen Nachmittag im Frühling standen wir zum ersten Mal zu fünft im Hof der ehemaligen Margarinefabrik, zuletzt VEB Elektromontage. 2400 Quadratmeter Fläche, ruinös, kontaminiert, denkmalgeschützt und volkseigen. Wir sagten zu.”

Alexandra Binswanger in: KW, a History

Der KUNST-WERKE BERLIN e. V., Trägerverein der KW Institute for Contemporary Art und der Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, feiert 2021 sein 30-jähriges Bestehen. Im Jubiläumsjahr erscheint erstmalig eine umfassende Publikation zur Geschichte des KUNST-WERKE BERLIN e. V. als Ergebnis der Forschungsarbeit von VW Fellow Jenny Dirksen. Die Publikation liefert Einblicke in das umfangreiche Archiv der KW und der Berlin Biennale und erzählt auf 496 Seiten eine vielstimmige Institutionsgeschichte – mit Essays von Klaus Biesenbach, Jenny Dirksen, Susanne von Falkenhausen und Jan Verwoert sowie einer ausführlichen Chronik mit Kurztexten von Eva Scharrer, einer Ausstellungsliste, Fotografien, Einladungskarten, Plakaten, Presseresonanzen sowie Erinnerungen von Zeitzeug*innen und Wegbegleiter*innen aus drei Jahrzehnten.

Herausgegeben von Klaus Biesenbach, Jenny Dirksen, Krist Gruijthuijsen, Gabriele Horn / KW Institute for Contemporary Art
20 × 27 cm, 496 Seiten, zahlreiche Farb- und s/w-Abbildungen, Softcover, Schutzumschlag
ISBN 978-3-95476-371-9
September 2021

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März 2021

Kader Attia, Foto: F. Anthea Schaap

Kader Attia wird Kurator der 12. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst

Die Berlin Biennale freut sich, die Vorbereitungen ihrer kommenden 12. Ausgabe mit der Bekanntgabe der Kurator*innenschaft zu beginnen. Die 12. Berlin Biennale findet 2022 statt.

Kader Attia beschäftigt sich in seiner künstlerischen Praxis seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem Begriff des „Repair“. Er untersucht damit die Dialektik zwischen Zerstörung und Reparatur. Hierbei wird Reparatur als eine Möglichkeit kulturellen Widerstands sowie als Mittel für eine Gesellschaft oder ein Subjekt zur Wiederaneignung ihrer Geschichte und Identität verstanden. Aufgewachsen in Frankreich und Algerien, studierte Kader Attia Philosophie und Kunst in Paris und Barcelona. Heute lebt und arbeitet er in Berlin und Paris. 2016 gründete er im 10. Arrondissement von Paris La Colonie als Raum für den Austausch von Ideen und für Diskussionen mit dem Fokus auf die Dekolonialisierung – nicht nur von Menschen, sondern auch von Wissen, Geisteshaltungen und Praktiken. Aufgrund der Covid-19-Pandemie musste La Colonie im März 2020 für das Publikum schließen. Im Juli 2021 findet im Haus der Kulturen der Welt in Berlin der vierte Teil einer von Kader Attia, Ana Teixeira Pinto und Giovanna Zapperi initiierten Konferenzreihe mit dem Titel The White West statt.

Die Direktorin Gabriele Horn und das Team der Berlin Biennale heißen Kader Attia herzlich willkommen.

Der internationalen Auswahlkommission für die Kurator*innenschaft der kommenden Berlin Biennale gehörten an: Yael Bartana (Künstlerin, Amsterdam, NL, und Berlin, DE), Beatrice von Bismarck (Professorin für Kunstgeschichte und Bildwissenschaft an der Hochschule für Grafik und Buchkunst / Academy of Fine Arts, Leipzig, DE), Anita Dube (Künstlerin und freie Kuratorin, Greater Noida, IN), Krist Gruijthuijsen (Direktor der KW Institute for Contemporary Art, Berlin), Sohrab Mohebbi (Kathe and Jim Patrinos Curator der 58. Carnegie International, Pittsburgh, US), Gabi Ngcobo (Künstlerin, Vermittlerin und freie Kuratorin, Johannesburg, ZA) und Gabriela Rangel (Schriftstellerin und Direktorin der Fundación Malba – Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires, AR).