Berlin Biennale
6. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst
11.6.–8.8.2010
Aktivitäten
Ion Grigorescu. In the body of the victim
8.8.2010, 19 Uhr

KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin

Gespräch in englischer Sprache
mit Ion Grigorescu, teilnehmender Künstler der 6. Berlin Biennale,
Marta Dziewanska, Herausgeberin der Publikation Ion Grigorescu. In the body of the victim (2010)
und Kathrin Rhomberg, Kuratorin der 6. Berlin Biennale und der Ausstellung Ion Grigorescu. In the body of the victim 1969–2009, Museum für Moderne Kunst Warschau, 2009

Das Gespräch ist begleitet von der Buchpräsentation:
Ion Grigorescu. In the body of the victim
Hg. von Marta Dziewanska
Museum für Moderne Kunst Warschau, 2010
mit Texten von Cosmin Costinas, Georg Schöllhammer, Jan Verwoert und Magda Radu

Ion Grigorescu, geboren 1945 in Bukarest, ist einer der ersten rumänischen Konzeptkünstler und Vertreter einer Anti-Kunst, die auf radikale Weise künstlerische Aktivitäten mit dem Alltag verbinden. Seine zahlreichen Filme, Fotoserien, Aktionen, Zeichnungen und Collagen dokumentieren sowohl sein Privatleben als auch die Transformation des rumänischen Volkes von einem Leben in einem kommunistischen Regime zu den Realitäten des sich ausbreitenden Kapitalismus. Sie sind außerdem Zeugnis der Suche des Künstlers nach einem Platz in einem äußerst repressiven politischen System. Formal betrachtet ist Grigorescus Werk ein klassisches Beispiel zentraleuropäischer Avantgarde.

Die der Publikation vorausgegangene Retrospektive im Museum für Moderne Kunst Warschau zeigte 2009 erstmalig Arbeiten von 1969 bis 2009 und wurde kuratiert von Kathrin Rhomberg. Als Teil der 6. Berlin Biennale ist in den KW Grigorescus Film Sleep (2008), die Fotografie Topbottom (2008) und ein Tagebuch des Künstlers zu sehen.



Die 6. Berlin Biennale im Kino Arsenal
1.8.2010, 20 Uhr

Kino Arsenal, Kino 1, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin-Mitte

Ein zweiteiliges Programm der 6. Berlin Biennale zeigt Arbeiten von Friedl vom Gröller (Kubelka) und George Kuchar. Vom Gröller (Kubelka) ist Fotografin, Psychoanalytikerin und Filmemacherin. Seit den 1960ern hat sie 16mm-Filmporträts gedreht, die an Warhols Screen Tests erinnern. Doch im Gegensatz zu Warhol tritt sie zuweilen auch vor die Kamera.

Kuchar ist ein Pionier des Undergroundfilms. Viele seiner eigenwilligen Melodramen sind Avantgarde-Klassiker geworden, wobei seine Video-Tagebücher weitgehend unbeachtet blieben. Durch ihren dokumentarischen Blick eröffnen sie eine Ebene der Selbstwahrnehmung, die Kuchars melodramatischer Ausgelassenheit Tiefe verleiht.

Zur Veranstaltung wird es einführende Worte von Marc Siegel und Ulrich Ziemons geben.
Die 6. Berlin Biennale zeigt Passage Briare von vom Gröller (Kubelka) am Oranienplatz 17 und von Marc Siegel ausgewählte Videoarbeiten Kuchars am Mehringdamm 28.

Titelliste
Friedl vom Gröller (Kubelka)

Eine von der Künstlerin zusammengestellte Auswahl an 16- und 35-mm-Filmen:
ERWIN, TONI, ILSE (1968/69, 9 Min.)
GRAF ZOKAN (Franz West) (1969/2002, 3 Min.)
BOSTON STEAMER (2009, 3 Min.)
TURNHEIM (2002-2009, 15 Min.)
DAROU SALAM (2007, 3 Min.)
LE BAROMETRE (2004, 3 Min.)
ALLEGORIE (2004, 3 Min.)
DELPHINE DE OLIVERA (2009, 3 Min.)
HEN-NIGHT (2009, 3 Min.)
DER FOTOTERMIN (2009, 3 Min.)

George Kuchar
Wild Night in El Reno (16-mm-Film, 1977, 6 Min.)
Rainy Season (Video, 1987, 28 Min.)
Prisoners of the Prairie (Video,1995, 15 Min.)
Vintage Visitations (Video, 2010, 15 Min.)

Eintritt: 6,50 Euro, Studierende/Auszubildende: 5 Euro, Kinder: 3 Euro
www.arsenal-berlin.de/arsenal



Klingend und Festgehalten
Konzert von Sven-Åke Johansson
21.7.2010, 21 Uhr
KW Institute for Contemporary Art, 1. OG, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte
Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro

Der Schlagzeuger, Performer, Künstler und Komponist Sven-Åke Johansson zählt zu den legendärsten Protagonisten frei improvisierter Musik. Als Schlagzeuger prägte Johansson mit EMT und im Duo mit Alexander von Schlippenbach den europäischen Free Jazz. In den 1970er Jahren begann er, Aufführungsideen in gezeichneten Partituren festzuhalten. Auf der Suche nach neuen Klängen arbeitet Johansson bereits seit den 1960er Jahren an der Musikalisierung von Alltagsgegenständen, die sich der steten Erweiterung und Poetisierung des akustischen Materials verschrieben hat. Seine großformatigen Zeichnungen von Hubschraubern sind im Rahmen der 6. Berlin Biennale am Oranienplatz 17 zu sehen.

Sven-Åke Johansson: Über „klingend“ ist nicht allzu viel zu sagen; dagegen über „festgehalten“. Das heißt, auch schon mit einbegriffen, „losgelassen“. Aber wann und wie ist demjenigen überlassen, der festhält, also ein rein persönliches Gefühl. – Im Gegensatz dazu „das Klingende“, das nur ein Merkmal des Materials ist; Saite, Fell, Metall u. a. – so liegt in dieser Möglichkeit dazu noch ein ganz differenziertes, langsames – nur dämpfend – sowie ein direktes Festhalten, bis zum Loslassen, ein unübersehbares Variationspotential, das es zu nutzen gilt für die Gestaltung in Musik.
Nicht mal Klangfarben, sondern Farben des Verstummens, Schrumpfens, des Zugedecktseins; sprachlich hört es sich amorph an, aber um in neue Felder der Musik, d. h. zu einem „Ausdruck“ – emotion real –, zu kommen, müsste erst einmal viel altes gebräuchliches Material „verklingen“* – sowie der Ausdruck „es verklang“* sozusagen zu „Klunker“* werden. Danach könnte aus dem Geschrumpften etwas Zeitiges werden, das es zu finden gilt.
Ein hoher Kraftaufwand ist erforderlich, um die verdeckten Klänge zutage zu bringen, eine Art Auswringen; umso edler können dann die Tropfen werden. Eine Form direkter Verschmelzung von Energie und Geräusch. Loslassen ist dann das, was letztendlich übrig bleibt. So ist es anstrebenswert auszuquetschen, um dann loslassen zu können.  – Losgelassen und frei zu sein ist es ja, was wir von der Musik wollen.

*siehe Leroy Anderson: Plink, Plank, Plunk.


Künstlertreffen mit Ron Tran
9.7.2010, 19 Uhr, in englischer Sprache
Oranienplatz, am Drachenbrunnen, 10999 Berlin

Etwas ist anders. Nur was?
Mittels behutsamer Eingriffe und Aktionen verändert der Künstler Ron Tran unsere Umwelt. Mancher Anwohner wird irritiert zur Kenntnis genommen haben, dass sich auf dem Oranienplatz etwas in der gewohnten Raumordnung verschoben hat. Andere werden vielleicht gar nichts bemerken. Doch der Platz hat sich verändert. Ron Tran hat die Sitzbänke aufeinander zu gerückt.
Der Künstler steht für Diskussion und Fragen zur Verfügung.

In Zusammenarbeit mit der Botschaft von Kanada, Berlin
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Extreme Realism
Gespräch mit Michael Fried, Anri Sala und Gustav Seibt, moderiert von Kathrin Rhomberg.
29.6.2010, 19 Uhr, in englischer Sprache
Kulturzentrum Anatolischer Aleviten, Waldemarstraße 20, 10999 Berlin-Kreuzberg

Diskutiert werden neben verschiedenen Aspekten von Adolph Menzels außerordentlichem Werk die Bedeutung seines „extremen Realismus“ für die Ausstellung der 6. Berlin Biennale und, weiter gefasst, für die gegenwärtige Situation der Kunst.

Eintritt frei

 
Kunstwerke Berlin

Kulturstiftung des Bundes


Die Berlin Biennale wird organisiert durch die
KW Institute for Contemporary Art
und
gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.