Archive for the ‘News’ Category

FORGET FEAR

Posted on: Februar 13th, 2012 by Denhart von Harling 3 Comments

FORGET FEAR

Die erste Publikation der 7. Berlin Biennale

herausgegeben von Artur Żmijewski und Joanna Warsza.

 

„Die erste Publikation der 7. Berlin Biennale – Forget Fear – ist ein Bericht von zielgerichteten Aktivitäten in der Kultur und von künstlerischem Pragmatismus. Im Vordergrund stehen konkrete Handlungen von KünstlerInnen, KuratorInnen und PolitikerInnen, die zu sichtbaren Folgen geführt haben. Es ging uns darum, Antworten zu finden, nicht Fragen zu stellen. Uns interessierten Situationen, in denen wir Lösungen vorschlagen und verantwortungsvoll umsetzen konnten. Uns interessierte es weder, künstlerische Unantastbarkeit aufrecht zu erhalten, noch uns von gesellschaftlichen Anliegen zu distanzieren. Wir verstehen Politik als eine der komplexesten und kompliziertesten menschlichen Handlungen. Wir waren auf der Suche nach Menschen – KünstlerInnen, AktivistInnen, PolitikerInnen –, die sich mit ihrer Kunst in realer Politik engagieren.

 

Die Interviews beinhalten Gespräche mit PolitikerInnen, darunter der ehemalige Bürgermeister Bogotás, Antanas Mockus, der mit seiner politischen, von der Kunst geprägten Theorie maßgeblich zum sozialen Wandel beigetragen hat; der Theaterregisseur Árpád Schilling, der das bürgerliche Theater verlassen hat, um direkt im rechtsgerichteten Ungarn zu handeln; die Gruppe Voina, die an eine Kunst ohne Engagement nicht glaubt; Timea Junghaus, die mit ihrer Kunst gegen die Unterdrückung der Roma in Europa kämpft; die brasilianische Sprayer-Gruppe Pixadores, die einst die São Paolo-Biennale angegriffen hat; oder die Best-Party, die nach der Bankenkrise 2008 in Island an Einfluss gewann. Alle diese AkteurInnen nutzen performative Werkzeuge, um ihre Anliegen zu formulieren und um das Ausmaß der sozialen und politischen Kräfte und Interessen zu offenbaren, die sonst im Hintergrund verborgen bleiben. Mit der ersten Publikation präsentieren wir links-politisches Engagement nicht nur als kritische Haltung, sondern als Selbstemächtigung und als Grundlage produktiver, politischer Praktiken.“

 

 

Mit Beiträgen u. a. von Paweł Althamer, Gábor Bakos, Yael Bartana, Einar Örn Benediktsson, Daniel Blatman, Christian Boltanski, Galit Eilat, Olafur Eliasson, Julián García, Jón Gnarr, Jan Tomasz Gross, Jerzy Hausner, Péter Juhász, Gideon Levy, Renzo Martens, Antanas Mockus, Joanna Mytkowska, Luis Ospina, den Pixadores, Srđa Popović, Alison Ramer, Dorota Sajewska, Árpád Schilling, Marcin Śliwa, Igor Stokfiszewski, Hans-Christian Täubrich, Joanna Tokarska-Bakir, Fernando Vallejo, der Künstlergruppe Voina, Zofia Waślicka und Rafał Żurek sowie einer CD von Teresa Margolles.

 

Deutsch

416 Seiten

15,4 x 21,5 cm (Hochformat)

Broschur, leinengebunden

mit 51 Abbildungen, davon 19 in Farbe

28 Euro, in der Ausstellung 25 Euro

Erscheinungsdatum: 22. Februar 2012

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Forget Fear

Akkreditierung

Posted on: Februar 3rd, 2012 by Denhart von Harling 2 Comments

AKKREDITIERUNG

Die Akkreditierung für die Vorbesichtigungstage der 7. Berlin Biennale ist ab sofort über ein Onlineformular auf der Webseite der Berlin Biennale möglich:

 

www.berlinbiennale.de/blog/7-biennale/service

 

Pressekonferenz: 25.4.2012, 11 Uhr

Pressevorbesichtigung: 25.4.2012, 9 – 20 Uhr

 

Professional Preview: 26.4.2012, 9 – 18 Uhr

Eröffnung: 26.4.2012, 19 – 22 Uhr

„Deutschland schafft es ab“ – Buchsammelaktion

Posted on: Januar 12th, 2012 by Denhart von Harling 521 Comments

„Deutschland schafft es ab“ – Buchsammelaktion

Mit mehr als 1,3 Millionen verkauften Exemplaren ist Deutschland schafft sich ab von Thilo Sarrazin das erfolgreichste politische Sachbuch eines deutschen Autors der Nachkriegszeit. Im Rahmen der 7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst initiiert der tschechische Künstler Martin Zet jetzt die Kampagne „Deutschland schafft es ab“. Er ruft dazu auf, möglichst viele Exemplare des Buches zu sammeln und sich seiner so zu entledigen. „Ab einem bestimmten Moment ist es nicht mehr wichtig, was die Qualität oder wahre Intention eines Buches ist, sondern welchen Effekt es in der deutschen Gesellschaft hat. Das Buch weckte und förderte anti-migrantische und hauptsächlich anti-türkische Tendenzen in diesem Land. Ich schlage vor, das Buch als aktives Werkzeug zu benutzen, welches den Menschen ermöglicht, ihre eigene Position zu bekunden.”, erklärt Martin Zet. Der Künstler ruft dazu auf, mindestens 60.000 Exemplare zu sammeln, was weniger als 5 Prozent der kompletten Auflage entspricht. Die Bücher werden in einer Installation in der 7. Berlin Biennale gezeigt; nach Ende der Ausstellung werden sie für einen guten Zweck recycelt.

Bitte geben Sie Ihr Exemplar an einem der teilnehmenden Abgabepunkte ab oder schicken Sie es uns per Post und lassen Sie es Teil der Installation werden!

 

Den ersten Abgabepunkt in Berlin gibt es ab dem 12. Januar 2012 in den KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte (zugänglich täglich von 10 bis 20 Uhr).

 

Weitere Abgabepunkte in Berlin sind:

- Alte Möbelfabrik | Karlstraße 12 | Köpenick

- Buchhandlung Pro qm | Almstadtstraße 48–50 | Mitte

- C/O Berlin | Postfuhramt | Oranienburger Straße 35/36 | Mitte

- DOCK 11 | Kastanienallee 79 | Prenzlauer Berg

- F&F-Reisen – im Havemann-Center | Flämingstraße 122 | Marzahn-Hellersdorf

- GRIPS Theater | Altonaer Straße 22 | Mitte

- Hebbel am Ufer – HAU 2 | Hallesches Ufer 32 | Kreuzberg

- Kosmetiksalon Babette | Karl-Marx-Allee 36 | Mitte

- Kunstraum Kreuzberg / Bethanien | Mariannenplatz 2 | Kreuzberg

- Kulturnetzwerk Neukölln e.V. | Karl-Marx-Straße 131 | Neukölln

- Schlossplatztheater | Alt-Köpenick 31 | Köpenick

- Theater an der Parkaue | Parkaue 29 | Lichtenberg

 

Abgabepunkte deutschlandweit:

- dieschönestadt | Am Steintor 19 | 06112 Halle an der Saale

- Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig | Karl-Tauchnitz-Straße 9–11 | 04107 Leipzig

- Hartware MedienKunstVerein (HMKV) | im Dortmunder U | Leonie-Reygers-Terrasse | 44137 Dortmund

- Kay Volbehr | Georg-Büchner-Straße 20 | 18055 Rostock (ab 18 Uhr)

- Kunstbau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus | Königsplatz / U-Bahn-Zwischengeschoss | 80333 München

- Kunsthalle Düsseldorf | Grabbeplatz 4 | 40213 Düsseldorf

- Kunsthaus Erfurt | Michaelisstraße 34 | 99084 Erfurt

- Kunstverein in Hamburg | Klosterwall 23 | 20095 Hamburg

- Kunstverein Leipzig | Kolonnadenstr. 6 | 04109 Leipzig

 

Schließen Sie sich unserer Aktion an und richten auch Sie einen Abgabepunkt ein! Wir kümmern uns um den Transport der Bücher nach Berlin.

Bitte verbreiten Sie diese Information zusätzlich über die Ihnen zur Verfügung stehenden Kanäle.

 

Die Poster zur Aktion können hier heruntergeladen werden:

Druckdatei DIN-A-4

Druckdatei DIN-A-3

Druckdatei DIN-A-2

Druckdatei DIN-A-1

 

Wir brauchen Ihre Hilfe und Unterstützung bei der Verwirklichung dieses Projektes!

 

Persönliche Meinungen über den Inhalt des Buches können in den Kommentaren hier auf der Webseite kommuniziert werden.

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Reichen Sie Fotos ein!

Posted on: Januar 7th, 2012 by Denhart von Harling 3 Comments

Gibt es ein politisches Ereignis, Aktionen oder Situationen, die Sie fotografisch festhalten können?

Senden Sie uns ein Foto!

Der slowakische Künstler Tomas Rafa stellt für die Startseite der 7. Berlin Biennale-Webseite eine Auswahl von Fotografien von KünstlerInnen zusammen, die zugestimmt haben unmittelbar auf politische Ereignisse zu reagieren und davon Bericht zu erstatten.

 

Auf der Webseite der 7. Berlin Biennale werden in den kommenden Monaten und während der Laufzeit der 7. Berlin Biennale diese Fotos von aktuellen politischen Ereignissen, Krisengebieten und interessanten Veranstaltungen mit politischem Charakter aus aller Welt präsentiert.

 

Gibt es eine politische Veranstaltung, Aktion oder ein Ereignis, das Sie fotografisch festgehalten haben? Dann senden Sie uns das Bild zusammen mit Ihrem Namen und Ihrer E-Mail-Adresse sowie der Bezeichnung der Veranstaltung, Ort und Datum an folgende E-Mail-Adresse:

 

low12see@photos.flickr.com

 

Durch Ihre Bildeinsendungen entsteht so eine fortlaufende Ausstellung, die den Blick der internationalen Teilnehmer auf ihr unmittelbares Umfeld zeigt.

 

 

Rechtlicher Hinweis

Foto Copyright-Freigabe

Der Urheber / die Urheberin bestätigt, daß er / sie mit der dauerhaften Verwendung der Bilder für die Vorschaltseite der Webseite der 7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst einverstanden ist. Zudem erklärt sich der Urheber / die Urheberin damit einverstanden, dass Fotos für Publikationen im Zusammenhang mit der 7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst verwandt werden dürfen. Die Berlin Biennale erhält das Recht das Foto ohne vorherige Ankündigung in Größe und Form und Farbe zu bearbeiten und zu verändern, um es den Gestaltungsvorgaben der Webseite und der Publikationen der Berlin Biennale anzupassen. Die Berlin Biennale wird die Fotos nur mit entsprechenden Bildnachweisen und unter Angabe der Urheberrechte verwenden.

Ein Aufruf aus Ägypten

Posted on: Januar 6th, 2012 by Denhart von Harling 2 Comments

Ein Aufruf aus Ägypten

Die 7. Berlin Biennale unterstützt diesen Aufruf, der sie über den Künstler Ganzeer erreichte.

This is an appeal to help save lives. The Egyptian Military Council has unleashed a brutal crackdown on peaceful protests by the Egyptian people, calling for the resignation of the military council and a cancellation of the sham elections that they’ve been running under their supervision. Soldiers have shown us no mercy, hitting fallen women with their batons, stomping on skulls with their boots, and shooting unarmed civilians dead. I’ve seen this happen with my own eyes and was unable to stop it. It’s a soul-shattering pain like no other.

 

The lies being disseminated by military-controlled media are as equally painful. Nothing hurts more than such shameless injustice. I fear the military’s strategy will only lead my country to an armed civil war. In an effort to keep our struggle peaceful, I hear by call on artists everywhere to support the Egyptian revolution with their art. As the genius that is Alan Moore once said, “[a satire] destroys you in the eyes of your community, it shows you up as ridiculous, lame, pathetic, worthless, in the eyes of your community, in the eyes of your family, in the eyes of your children, in the eyes of yourself, and if it's a particularly good bard, and he's written a particularly good satire, then three hundred years after you're dead, people are still gonna be laughing."

 

Our only hope right now is to destroy the military council using the weapon of art. From January 13 to 25, the streets of Egypt will see an explosion of anti-military street-art. If you are a street artist elsewhere in the world, please do what you can in your city to help us. Even if you are not a street-artist. If you’re a comic book artist, a musician, or filmmaker, whatever artistic talent you have can be of big help. If you can do something before the designated date, please do! We need all the help we can get.

 

Finding “inspiration” is not at all difficult. A quick visit to scaf-crimes.blogspot.com will do the trick. On behalf of Egypt’s street-art community, allow me to thank anybody in the world willing to help. Your art may very well save lives.

 

Ganzeer, Cairo

 

Not exactly a graphic designer, nor a product designer, Ganzeer is not particularly a street-artist or comic book artist, nor is he an installation artist, writer, speaker, or video-maker. But he’s had the chance to assume one of those roles at different periods of time and in different locations around the world, while remaining tight to his hometown of Cairo, Egypt. More info is available at www.ganzeer.com

 

Ein Auszug aus einer E-Mail von Ganzeer:

I've seen soldiers kill people in the movies. I've even seen them do it on the news. I never thought the day would come when I would see it in person. Those fellow Egyptians who haven't had the luxury of seeing these atrocities first hand are incredibly skeptical. They can't help but ask "why now?"

 

We're in a very critical point in our revolution right now. The point where military command has–after over 9 months of work—managed to alter the consciousness of officers enough to get them to attack their own people, arguing that "they're not the same revolution crowd." The argument has even managed to influence many within Egypt's society, bent on believing that the military has the people's best interest in mind, just because Mubarak is allegedly out of the picture.

 

People also can no longer afford to revolt, or stage a sit-in for months on end. The military's strategies since this whole revolution started have been a series of multiple blows at the livelihoods of Egyptians. If I'm finding it difficult to pay my own rent, I can only imagine what it must be like for those in positions less fortunate than mine.

 

They're frightening the Egyptian people. They're frightening them with the economy, with the Islamists, and with "hidden foreign interests." They went to force us into submission so things remain unchanged. These strategies may have worked on the Egyptians back in 1952. But today things are different. Our knowledge and understanding of the world is heightened and many of us will not go down without a fight.

 

We're being pushed into the direction of a civil war. A Syrian version of the revolution doesn't seem too far-fetched for Egypt anymore. I feel our last line of peaceful defense is art. Powerful art. From January 13 to 25, together with the help of other Egyptian artists and activists, we will raid the streets of Cairo with critical street-art like no other. We will use our knowledge of the arts to lay a curse on Egypt's military council, destroying them in the eyes of the community, the eyes of their families, and the eyes of themselves. I feel the more the art, the more powerful the curse. Let international artists unite for this cause. If artists everywhere do something in their town, in their city to criticize the Egyptian Military Council, raising global awareness on the matter ... I'm hoping some military men within the ranks will want to distance themselves from such a curse ... and will be inspired enough to arrest Egypt's Military council, freeing the Egyptian people from their tyranny. Let's curse theme ... and show the world what we can do without weapons.

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Der lange Tod von Taisiya Osipova

Posted on: Januar 3rd, 2012 by Denhart von Harling No Comments

Der lange Tod von Taisiya Osipova

Eine weitere Gefährtin von Voina wurde zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt

Nachdem sie 13 Monate im Gefängnis auf ihren Urteilsspruch gewartet hatte, musste Taisiya Osipova, 27-jährige Aktivistin der Opposition, am 29. Dezember 2011 weitere 12 Stunden im Gerichtsgebäude ausharren. Dann wurde ihr Urteil verkündet: 10 Jahre Gefängnis.

 

Taisiya Osipova ist politische Aktivistin der Oppositions-Partei „Anderes Russland“ und die Ehefrau von Sergey Fomchenkov, Mitglied des exekutiven Komitees von „Anderes Russland“. Ihre gemeinsame Tochter Katrina ist fünf Jahre alt.

 

Laut glaubwürdiger Quellen wurde der Strafprozess von Taisiya Osipova konstruiert und beinhaltet keinerlei objektiver Beweise. Das Urteil wurde in Abwesenheit von Medien und der Öffentlichkeit verlesen – eine Praxis, die vollkommen gegensätzlich zu der russischen Regel offener Gerichtsverfahren ist.

 

Taisiya Osipova wurde im November 2010 in Smolensk verhaftet. Die Polizei brach in ihr Haus ein und fand angeblich verdächtiges Geld und fünf Päckchen mit weißem Pulver.

 

Normalerweise sind bei diesen polizeilichen Durchsuchungen neutrale Zeugen erforderlich. In diesem Fall hat die Polizei scheinbar Zeugen im Vorhinein ausgewählt, um die Beweise unterschieben zu können.

 

Mitglieder der Polizei haben Taisiya Osipova gegenüber offen mitgeteilt, dass sie vor allem an ihrem Ehemann Sergei Fomchenkov interessiert sind. Ihr wurde die Vermeidung strafrechtlicher Folgen in Aussicht gestellt, wenn sie sich kooperativ verhalte.

 

Viele Menschenrechtsorganisationen, wie das „Committee for the Civil Rights and for Human Rights“ und das „Committee for Children’s Rights“ in der Region von Smolensk sowie Russlands „Federal Penitentiary Service“ haben versucht, Taisiya Osipova zu beschützen, indem sie darauf pochten, dass weder die Öffentlichkeit noch die Staatsanwaltschaft oder der entsprechende Beauftragte Osipovas Involvierung in Drogenhandel glaubhaft nachweisen können.

 

Die gesamte Anklage basiert auf den Aussagen der Zeugen der Hausdurchsuchung. Diese wurden als „streng geheim“ klassifiziert und waren nicht im Gericht anwesend. Daher war es für die Verteidigung unmöglich ihre Vorwürfe zu widerlegen. Darüber hinaus ignorierte Richter Dvoryanchikov eine Reihe nachweisbarer Ungereimtheiten in diesem Fall.

 

Da Osipova an mehreren ernsthaften Krankheiten leidet, darunter Pankreatitis und Diabetes, bedeutet das Urteil für sie den Tod. Es gab keine Bemühungen, sie in ein Gefängniskrankenhaus zu verlegen oder ihr eine angemessene medizinische Versorgung zu gewährleisten.

 

Zusätzlich zu den obigen Anklagen wird versucht Taisia Osipova und ihrem Ehemann Sergeij Fomchenkov das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Katrina zu entziehen. Die Entziehung des Sorgerechts hat keinen legitimierten Grund und ist als Druckmittel gegen Fomchenkov in Zusammenhang mit seinen politischen Aktivitäten zu verstehen.

 

Bis zum Tag der Verhandlung am 29. Dezember 2011, versuchten internationale Menschenrechtsorganisationen in diesen Fall einzugreifen. Die Beschwerden der Strafverteidigerin Svetlana Sidorkina über den Fall von Osipova wurden vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg anerkannt. Die Beschwerde ist registriert unter der Nummer 41366/11 und wurde als dringlich klassifiziert.

 

Die „World Organization Against Torture“ (OMCT) in Genf hat eine sofortige medizinische Untersuchung und Behandlung für Osipova sowie ihre Freilassung verlangt.

 

Doch scheinbar konnte keiner dieser Appelle helfen.

 

Weitere Informationen:

http://en.free-voina.org/post/14763633893

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Taisiya Osipova. Foto: unbekannt

Oleg Vorotnikov: Meine Ehefrau lebt jetzt schon seit einem Jahr ohne Papiere

Posted on: Dezember 20th, 2011 by PraktikantIn No Comments

Oleg Vorotnikov: Meine Ehefrau lebt jetzt schon seit einem Jahr ohne Papiere

Meine Ehefrau, die Voina-Aktivistin Natalia Sokol lebt jetzt schon seit einem Jahr ohne Papiere. Ihr Personalausweis wurde von einem Polizisten der Spezialeinheit gegen Extremismus des Nordwestlichen Bundesministeriums konfisziert. Sie konfiszierten außerdem ihren Reisepass, ihren Führerschein, ihren Ausweis als wissenschaftliche Assistentin der staatlichen Universität Moskau und ihre Krankenkassenkarte.

 

Neben unzähligen, kleineren Problemen bedeutet dies, dass Natalia keine medizinische Versorgung für ihren zweijährigen Sohn Kasper erhält, da sie sich nicht als seine Mutter ausweisen kann.

 

Sie kann nicht wählen. Am 4. Dezember fanden die Parlamentswahlen statt, an denen sie nicht teilnehmen konnte.

 

Ihre fundamentalen Rechte werden missachtet. Sich innerhalb des Landes zu bewegen, oder auch nur mit ihrem Sohn die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen ist unmöglich – Ausweisdokumente sind überall notwendig.

 

Das Kindergeld für Kasper wurde auch eingezogen.

 

Alle Anträge wurden von dem zuständigen Beamten und der Staatsanwaltschaft verweigert.

 

Der Grund für die Verweigerung aller Anträge: die beschlagnahmten Dokumente und Objekte liegen im Interesse der Untersuchungen der Strafsache Nummer 276858.

 

Da weder Natalia noch Kasper offiziell in diese Strafsache involviert sind, scheint es illegal, ihre Dokumente zu konfiszieren und diese Beschlagnahme erscheint wie ein Versuch, Druck auf die Verwandten der Angeklagten auszuüben. (Oleg Vorotnikov)

 

 

In meinem Auftrag beantragte ein Anwalt bei dem zuständigen Beamten Herrn Borodavkin, die Rückgabe meiner Dokumente und des Kindergeldes für meinen Sohn Kasper.

 

Der Antrag wurde abgelehnt (da sollte eine Kopie unter dem ganzen Material des Falles bei der Polizei sein).

 

Anfang Februar schickte ich daraufhin über die normale Post einen zweiten Antrag an den zuständigen Beamten Herrn Petrov, auf den ich noch immer keine Antwort erhalten habe. (Natalia Sokol)

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Natalia Sokol und Oleg Vorotnikow. Foto: Thomas Peter

Voina Mitglied Pusha im Hungerstreik im St. Petersburger Gefängnis

Posted on: Dezember 20th, 2011 by PraktikantIn No Comments

TAG 13 IM HUNGERSTREIK VON PUSHA

Voina Mitglied und Menschenrechts-Aktivist Pusha (Philip Kostenko) ist seit seiner Verhaftung am 6. Dezember 2011 im Hungerstreik. Aktivist Victor Demynanenko, ebenfalls fälschlicherweise im Gefängnis, hat sich dem Hungerstreik angeschlossen. Sie fordern die Freilassung aller Aktivisten, die im Zuge der Proteste vom 4. Bis 6. Dezember 2011 inhaftiert wurden.

 

Pusha wurde in der Nähe von Gostiny Dvor in St. Petersburg während einer friedlichen Versammlung gegen Wahlbetrug inhaftiert. Er wurde nach Artikel 19.3 (Nichtbefolgung polizeilicher Anweisungen) angeklagt. Der Fall wurde von dem Richter Alexej Kuznetsoy angehört, der unter Oppositionellen berüchtigt dafür ist, Falschaussagen der Polizei zu akzeptieren und harte Strafen zu erlassen.

 

Momentan sieht Pusha zudem Strafanzeigen laut Artikel 214 (Vandalismus), 318 (Gewaltanwendung gegen Polizeibeamte), 319 (Beamtenbeleidigung) entgegen.

 

Pusha (Philip Kostenko) ist Aktivist, Künstler und Organisator/Teilnehmer einer Vielzahl von Protestaktionen. Er ist Mitglied der Menschenrechtsorganisation Memorial und aktiv in der „Food Not Bombs“ Bewegung. Philip, der ein Vollwaise ist, wird auf Grund seiner Protest-Aktivitäten regelmäßig von der Strafverfolgung bedroht.

 

Allein in 2011 wurde er 8mal unrechtmäßig inhaftiert. Als Folge wiederholter Durchsuchungen und physischer Bedrohungen durch die Polizei war Pusha vor kurzem gezwungen, seine Wohnung in St. Petersburg zu verlassen.

 

Links:

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[1] http://fotki.yandex.ru/users/riotstarter2011/tags/%D1%84%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D0%BF%D0%BF%20%D0%BA%D0%BE%D1%81%D1%82%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE/

[2] http://fotki.yandex.ru/users/riotstarter2011/view/466710/?page=5

 

 

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Pusha, Mitglied der Künstlergruppe Voina. Foto: unbekannt

Marina Naprushkina: Protest gegen die Todesstrafe in Weissrussland

Posted on: Dezember 20th, 2011 by PraktikantIn No Comments

Marina Naprushkina: Protest gegen die Todesstrafe in Weissrussland

 

Die Künstlerin Marina Naprushkina hat zum Protest gegen die Todesstrafe in Weißrussland sowie für die Befreiung von Oppositionspolitikern aufgerufen. Die Demonstration fand am Montag, den 19. Dezember mitten auf dem Pariser Platz in Berlin statt.

 

Unterstützt wurde Naprushkina von der Aktivistin Eva Quistorp und dem polnischen Künstler Pawel Althamer, der gemeinsam mit Berliner Straßenmusikanten für eine musikalische Unterbrechung sorgte.

 

Die Teilnehmer der Demonstration konnten sich in einer von Naprushkina entwickelten Zeitung unter anderem über die politische und ökonomische Lage Weißrusslands informieren und der Künstlerin auch weiterführende Fragen stellen.

 

Am Abend wurden Aufnahmen von Interviews mit der Opposition gezeigt, die in Weißrussland natürlich verboten sind. Lieder einer in ihrem Heimatland ebenfalls verbotenen, weißrussischen Rock-Band begleiteten die Screenings.

 

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Links:

[1] http://www.berlin24.ru/news/135-miting-okolo-brandenburgskih-vorot-v-berline.html

[2] http://belapan.com/archive/2011/12/20/media_eu_berlin_akzia/

[3] http://euroradio.fm/report/u-berline-prakhodzits-aktsyya-salidarnastsi-z-belarussyu-83722

 

 

 

 

Protest gegen den internationalen Haftbefehl gegen Natalia Sokol

Posted on: Dezember 17th, 2011 by Denhart von Harling No Comments

Protest gegen den internationalen Haftbefehl gegen Natalia Sokol

Die 7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst protestiert gegen den internationalen Haftbefehl gegen Natalia Sokol vom 6. Dezember 2011. Sokol ist Mitglied der aktivistischen Künstlergruppe Voina, die Artur Żmijewski, Kurator der 7. Berlin Biennale, im November 2011 zu Assoziierten KuratorInnen ernannt hat. Aus Solidarität zu unserer Kollegin möchten wir unseren Protest gegen den Haftbefehl, den ihr Anwalt Dmitri Dinze als „rechtswidrig“ und „ohne Begründung“ bezeichnet, zum Ausdruck bringen.

 

Sokol wird vom Sankt Petersburger Dzerzhinsky-Amtsgericht der Beleidigung und Gewalt gegen Polizeibeamte angeklagt. Abgesehen davon, dass diese Anschuldigungen unbewiesen sind, werden unserer Meinung nach den international akzeptierten Standards eines Haftbefehls und seiner Umstände nicht ausreichend Genüge getan. Nach unserer Information (Quelle: http://en.free-voina.org/post/13878471266 [2], letzter Zugriff am 17. Dezember 2011) missachtet der gesamte Vorgang die Regeln einer gerechten Untersuchung und eines legalen Verfahrens in gleich mehreren Belangen. Sokol wurde unter anderem die Möglichkeit einer rechtmäßigen Verteidigung verwehrt, da sie den Haftbefehl in Abwesenheit erhielt und keine Chance hatte, sich selbst zu rechtfertigen.

 

Daher formulieren wir ausdrücklich unseren Protest gegen das vermutlich illegale Verfahren in ihrem Fall und fordern eine angemessene, legale Untersuchung, um die Wahrung ihrer Rechte zu gewährleisten und ihr Grundrecht auf freie Meinungsäußerung zu unterstützen.

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Natalia Sokol wird während Protesten am 31. März 2011 in Sankt Petersburg verhaftet. Foto: Igor Simkin

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Natalia Sokol, Mitglied des Künstlerkollektivs Voina. Foto: unbekannt

Marina Naprushkina: Protest gegen die Todesstrafe in Weissrussland
Am 30. November wurde in Minsk nach einem Schauprozess das Urteil über zwei junge Männer gesprochen – Todesstrafe.